Anleitung: Mercedes 722.6 Automatikgetriebe Getriebestecker wechseln

Einleitung

In dieser Anleitung wird beschrieben, wie man den Getriebestecker an einem 722.6 Automatikgetriebe wechselt. Häufigste Ursache für den Wechsel des Getriebesteckers ist Undichtigkeit. Durch diese Undichtigkeit kann das Automatikgetriebe-Öl durch den Kabelstrang bis ins Getriebesteuergerät (EGS) wandern und dort Schaden anrichten.

Der Getriebestecker kostet beim Mercedes-Teilehändler 9€ (Stand 02/2017) und hat die Teilenummer: A203 540 02 53.

Sollte der Getriebestecker nach einem Wechsel immernoch undicht sein, kann mit einer geringen Wahrscheinlichkeit die Elektro-Platte auf der hydraulischen Getriebesteuereinheit defekt sein.

Der Wechsel der Elektroplatte wird in der Anleitung 722.6 Schaltschieberkasten ausbauen kurz beschrieben. Die Elektroplatte kostet rund 150€ und hat die Teilenummer A140 270 05 01 (Stand: 02/2017).

Die undichten Getriebestecker sind bei Mercedes sehr bekannt, weshalb der örtliche Mercedes Händler bestimmt immer welche auf Lager hat.

Symptome undichter Getriebestecker

Ein undichter Getriebestecker wird im schlimmsten Fall immer zu Elektronikproblemen sorgen, meisten werden Fehlermeldungen im EGS abgelegt, wie:

  • Magnetventil Y3/6y3, Y3/6y4, Y3/6y5 Kurzschluss nach Plus
  • Getriebedrehzahl unplausibel
  • Eingangsdrehzahl unplausibel

Durch das Öl kann es zu Kontaktproblemen kommen, sodass das Getriebesteuergerät die Magnetventile nicht mehr ansteuern oder die Drehzahlsensoren nicht mehr auslesen kann. Im schlimmsten Fall ist das Öl bis ins Getriebesteuergerät vorgedrungen und muss gereinigt, bzw. ersetzt werden.

722.6 Automatikgetriebe Getriebestecker wechseln

Benötigtes Werkzeug:

  • Torx-Einsätze
  • Imbus
  • Sechskant-Nuss
  • Bremsenreiniger
  • Öl-Behälter zum Auffangen von ca. 1-3 Liter Getriebeöl

Es ist nicht notwendig, das Automatikgetriebeöl abzulassen, um den Getriebestecker zu wechseln. Dies dient nur zur Vorbeugung, sodass beim Herausnehmen des Getriebesteckers kein Öl herausfließt.

 

 

Kommentare

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Anleitung: 722.6 Automatikgetriebe Getriebestecker wechseln
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Anleitung: 722.6 Automatikgetriebe Getriebestecker wechseln
Beschreibung
In dieser Anleitung wird der Wechsel eines defekten Getriebesteckers am 722.6 Automatiggetriebe beschrieben. Diese Getriebestecker am 722.6 Automat werden des Öfteren undicht und sind ein bekanntes Problem bei Mercedes.
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14 Gedanken zu „Anleitung: Mercedes 722.6 Automatikgetriebe Getriebestecker wechseln

  • 11. Februar 2018 um 01:22
    Permalink

    Hallo,

    toll erklärt.

    Kann ich die Mechatronik auch wechseln ohne das Öl abzulassen?

    Danke

    Gruß Jay

    Antwort
    • 11. Februar 2018 um 11:28
      Permalink

      Hallo,

      Falls Sie die Elektronikplatte meinen. Nein das ist nicht möglich. Den Getriebestecker kann man allerdings auch ohne das Öl abzulassen wechseln.

      Antwort
      • 14. Februar 2018 um 22:41
        Permalink

        Ja den Getriebestecker meinte ich auch. Vielen Dank hat mir sehr geholfen.

        Aber da ich merke das du viel Erfahrung mit dem Motor m271 hast kannst du mir vielleicht eine weitere Frage beantworten.

        Ich habe vor kurzem die Steuerkette + Spanner und alle Laufschienen gewechselt.

        Um die Nockenwellen zu befestigen habe ich mir Spezialwerkzeug besorgt das auch benutzt. Habe bei dem wechsel aber auf das Ausbauen der Nockenwellen verzichtet.

        Vor dem zusammenbau habe ich die Stellung der Nockenwellen auf OT mehrmals geprüft. Da ich mit dem “Spezialwerkzeug” gearbeitet habe ging es recht einfach und die Markierungen haben bei OT immer gepasst.

        Nach dem zusammenbau habe ich den Motor gestartet und alles lief sehr rund. Keine Fehlermeldung oder sonst was. Doch beim 2. Start ist ein Fehler aufgetreten und die Motor-Kontrolllampe ist angegangen. Motor lief aber weiterhin sehr ruhig also ruhiger als vor dem wechsel eindeutig. Habe den ADAC bestellt und auslesen lassen Fehlercode P0366 Nockenwellensensor Bank 1. Habe nachgeschaut und am Sensor selber kann man ja nix erkennen aber der Dichtring war hin und darauf hin habe ich mir einen neuen Sensor besorgt. Fehler wieder löschen lassen kam aber leider wieder.

        Vor dem wechsel der Steuerkette hatte ich den auch auslesen lassen da war der Fehlercode aber P027x oder P026x bin mir nicht mehr sicher aber der soll für “gelängte Steuerkette” stehen ist das richtig??!!

        -Hätte ich die Nockenwellen ausbauen müssen?
        -Kann die Fehlermeldung P0366 deswegen immer wieder auftauchen weil die Nockenwellen falsch stehen?

        Jedenfalls bin ich gerade überfordert vielleicht hast du eine Idee oder einen Tipp würde mich darüber freuen. Oder mal ein Tutorial über Nockenwellen wechsel, wäre Super 🙂 Vielen Dank und Gruß

        Antwort
        • 16. Februar 2018 um 10:27
          Permalink

          Hallo,

          Leider kann ich nur Vermutungen anstellen. Aber ich glaube deine Nockenwellen sind verstellt. Da sowohl die Einlass- als auch die Auslassnockenwelle variable sind, könnte es sein, dass sie beim Wechsel der Steuerkette evtl. verstellt waren.
          Da bleibt wohl nichts anderes übrig, als die Steuerzeiten direkt nach Vorschrift zu prüfen, um auszuschließen, dass diese vielleicht doch falsch sind.
          Evtl. liegt auch ein Problem an den Nockenwellenverstellern jetzt vor.

          Tut mir leid, dass ich dir jetzt nicht direkt die Lösung geben kann.

          Grüße

          Antwort
      • 10. Dezember 2018 um 08:21
        Permalink

        Da muss ich nochmal genaue nachfragen, da mein Beifahrerfußraum schon Ölig ist und ich den Zwischenstecker tauschen möchte ohne Öl abzulassen. In einem Forum stand was von schräg stellen sollte reichen? 2 Rampen hätte ich nämlich zur Verfügung. Kannst du oder jemand anders das Bestätigen? Ölwechsel wurde schon gemacht vor ca. 10 000 km, will nicht schon wieder machen.

        Antwort
        • 29. Dezember 2018 um 15:19
          Permalink

          Hallo Marcel. Ich kann leider nicht mehr zuordnen, was genau du meinst.
          Welcher Zwischenstecker und welches Öl?

          Leider wurden hier mittlerweile einige Themen miteinander vermischt.

          Antwort
  • 20. Juli 2018 um 18:42
    Permalink

    Hallo

    bei meinem W220 S500 bj. 1999 hat mein Mechaniker die Steuereinheit/Elektriksatz im Getriebe gewechselt.
    Er hat das komplette Öl abgelassen(auch im Wandler).Nach dem Wechsel mit neuen Öl aufgefüllt(inkl.Ölfilter Dichtung)
    Nach starten des Motors schaltet der Wagen zwar jeden Gang durch aber er lässt sich nicht bewegen.
    kann es sein das er irgend etwas vergessen hat?

    Gruß Rene

    Antwort
    • 23. Juli 2018 um 08:28
      Permalink

      Hallo,
      das klingt evtl. nach zu wenig Getriebeöl.

      Antwort
  • 31. Oktober 2018 um 13:22
    Permalink

    Hi,
    bei mir vibriert der Motor stark im Stand an der Ampel, ich vermute die Gummis der Schaltstangen sind ab. Wie komm ich da am beten ran? Und hast Du vielleicht ein Bild von der Stelle?
    Danke und Gruß
    Peter

    Antwort
    • 6. November 2018 um 14:13
      Permalink

      Hallo Peter,

      Es ist immer schwer, per Ferndiagnose einen Fehler zu beurteilen. Ich bin mir nicht ganz sicher, welche Gummis du meinst?
      Aber vielleicht sind auch einfach Getriebe/Motorlager ausgeschlagen und daher die Vibrationen.

      Liebe Grüße,
      Patrick

      Antwort
  • 27. Dezember 2018 um 13:11
    Permalink

    Gibt es verschiedene Steckerbuchsen?
    Ich hab gerade die Erfahrung gemacht, das an der neuen die Stärke der O-Ringe um einiges dicker ist als bei der alten. Die sind so dick wie das Gewinde der BefestigungsSchraube in der Mitte lang ist. Was dazu führt, dass diese nicht hineinzudrehen geht. Hab nach einer Stunde die neue Buchse mit den alten O-Ringen eingebaut weil die eigentlich noch gut aussahen und ich erstmal alles wieder zusammen haben wollte.
    Gruß, Mario

    Antwort
    • 29. Dezember 2018 um 15:13
      Permalink

      Ich meine, es gibt nur einen Stecker beim 722.6.

      Antwort
  • 17. Mai 2019 um 11:19
    Permalink

    Hallo Patrick,
    Hab auch Undichtigkeit am 722.6 bei meinem W639.
    Kann aber nahezu ausschließen dass es vom Stecker kommt.
    Es scheint irgendwo oben am Getriebe undicht zu sein…
    Das Getriebe macht auch im bei stärkerer Beschleunigung eine gurgelähnliches Geräusch…
    Wenn ich normal fahre <3000rpm scheint das Getriebe kein Öl zu verlieren.
    Fahre ich aber mal ein paar km auch über 3000rpm habe ich dannach immer den ganzen Unterbodenschutz voll und die eine seite des Getriebes mit öl versaut…

    Meine erste Idee war dass ich zu viel Öl drinnen habe.
    Messe bei 80°C mit dem Messtab von Febi.
    Im P mit Motor im Leerlauf.
    Und da ist laut Ölstab nicht zuviel drinn.

    Kann ich irgendwie den Ölstab auch falsch stecken?
    Hast du eine Idee was ich falsch mache?

    Hab beim letzten Ölwechsel den Wandler nicht mit abgelassen, da ich nicht wusste, wo die Schraube ist…
    Vielen Dank für deine Einschätzungen.
    Gruß
    Alex

    Antwort
    • 17. Mai 2019 um 14:05
      Permalink

      Hallo Alex,

      Welcher Motor?
      Ich vermute mal, dass dein Wandler auch keine Ablassschraube mehr hat.
      Eigentlich kann man nicht viel falsch machen beim Messen, außer dass man halt bei falscher Temperatur misst.
      Sicher, dass es sich um Getriebeöl handelt? Die gleichen Symptome hatte ich nämlich bei einem undichten Kurbelwellen-Simmering an der Getriebeseite.
      Also was noch undicht werden kann am Getriebe:
      1. Öleinfüllstutzen, der ist nämlich nur gesteckt in so einer Gummimuffe
      2. Ölwanndendichtung
      3. Radialwellendichtring am Getriebe, da wo der Wandler reingeschoben wird.

      Am besten alles sauber machen, sodass überall das Öl weg ist und dann nochmal fahren und schauen.
      Danach genaustens schauen und vorallem den Verlauf vom Öl zurückverfolgen.
      Das Öl fließt immer abwärts nach hinten, das heißt man sucht also so lange die Ölspur, bis man an der vordersten und höchsten stelle angekommen ist.
      Am besten auch mal den Wartungsschacht am Getriebe öffnen und fühlen, ob dort vielleicht eine Ölpfütze steht.

      Zum gurgelartigem Geräusch kann ich leider gar nichts sagen.

      Nochmal zu Messen:
      1. Richtiger Messstab?
      2. Du musst sicherstelle, dass du auch wirklich bis runter an die Ölwanne stößt mit dem Messstab.
      3. Temperatur ausgelesen, oder nach Gefühl? Für 80° Getriebetemperatur braucht man nämlich locker mal 30km je nach Wetter und Gaspedal. Die 80° habe ich mit meinem C32 eigentlich nur erreicht, wenn das Wetter angenehm war und ich ihn “artgerecht” bewegt habe.

      Viel Erfolg und liebe Grüße,
      Patrick

      Antwort

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